(Stand 12. Juni 2011)
Schritt 7: Throttle- und PitchNachdem der prinzipielle Umbau des mCP-X in einen BL1 nun (hoffentlich) geglückt ist und der BL1 "entwobbelt" fliegt, können wir uns um die Einstellungen zu Throttle und Pitch kümmern.
Dazu ist es nötig, sich ein bisschen mit dem zu beschäftigen, was der BL1 denn eigentlich leisten kann und wie die Werte der Fernsteuerung in der DX6i am Heli umgesetzt werden.
Ich gehe im Folgenden nur auf den "Stunt-" oder Idle-Up-Modus ein, die Werte für eine "Normal" oder "0-Punkt Throttle-Kurve" kann man daraus leicht ableiten.
Der Drehzahlrechner
HS Calculator V3 rechnet für die gegebenen Werte, 9Z am Ritzel, 64 am Hauptzahnrad, 1S (3,7V) und 85% Effizienz ohne Governor und 100% Throttle folgende Werte aus:
- Akku ganz voll (lastlos!) => ~6050 U/min
- Mittlere Spannungslage (lastlos!) => ~5600 U/min
- Ende des Fluges (lastlos!) => ~5400 U/min
- Minimale Drehzahl (unter max. Last) => ~4500 U/min
Grau ist aber alle Theorie und die errechneten Werte zu 1-3 konnte ich mit dem hier beschriebenen Gespann aus EA-048 und Walkera ESC nicht wirklich erreichen.
Gemessen habe ich folgende Drehzahlen am Kopf (alle bei Throttle = 100%):
- Hohe Spannungslage lastlos: ~5800 U/min
- Mittlere Spannungslage lastlos: ~5350 U/min
- Ende des Fluges lastlos: ~5100 U/min
Diese Werte kommen meinem "Fluggefühl" auch sehr viel näher. Tatsächlich erzeugt der mCP-X tatsächlich einen maximalen Schub von kurzzeitig 162gr bei 14° kollektivem Pitch – beeindruckend und genau so beeindruckend sind auch die Flug- und Steigleistungen verglichen mit dem Original.
Interessanter als die maximalen Werte empfinde ich aber die Daten, die als Dauerbelastung im realen Flug auftreten (~3/4 Pitch). Hier habe ich mit max. 12° kolletivem Pitch gemessen:
- Hohe Spannungslage unter Last (8° Pitch): ~5100 – 5300 U/min
- Dauerschub über 30 Sek unter Volllast (12° Pitch): ~130gr
- Mittlere Spannungslage unter Last (8° Pitch): ~4700 – 4900 U/min
- Ende des Fluges unter Last (8° Pitch): ~4300 U/min
Die Kopfdrehzahl sinkt also im Verlauf eines Akkus zum Ende hin stark ab (wie beim Original). Woran das im Einzelnen liegen könnte, ist sicher ein weites Diskussionsfeld, gehört aber nicht hierher.
Zum Ermitteln von "flugfähigen" Werten für Throttle und Pitch, sollte man auch nicht vergessen, dass die Kombination auf EA-048 und Walkera-ESC "nur" zwischen ca. 5 und 75% effektiv regelt, darunter ist der Motor bei mir aus, oberhalb von ca. 75% erfolgt auch im lastlosen Betrieb keine Drehzahlsteigerung mehr.
Meine persönlichen Präferenzen lagen darin, eine möglichst gleichmäßige (relativ zum Original hohe) Drehzahl über einen möglichst langen Bereich des Fluges zu erreichen, bei gleichzeitig noch immer sehr guten Steigleistungen.
Nach einigem Herumprobieren habe ich für mich 11-12° maximalen kollektiven Pitch (~72-75% Trav-Adj auf Pitch) mit folgender Throttle-Kurve als guten Kompromiss für meine beiden BL1 gefunden:
THROTTLE: 100..80..65..80..100
Mit dieser Kurve, sind bei meinen beiden BL1 folgende Punkte erfüllt:
- Leerlauf nicht ganz so hoch (~5300 U/min)
- ein bisschen was "zuzusetzen", wenn Leistung gefordert ist
- im "normalen" Pitch-Bereich (+/-6 bis 8°) liegen ca. 4700-4900 U/min an
- die Drehzahl bricht bei "full-Pitch" nicht so hart ein
- mehr als genügend Leistung vorhanden, jedenfalls für mich
Als Startkonfiguration, so denke ich, ist diese Throttle-Kurve mit 11-12° koll. Pitch zu empfehlen, danach muss ohnehin jeder seine eigenen Vorlieben erfliegen.
Als angenehmen Nebeneffekt konnte ich beobachten, dass mit dieser THRO/Pitch-Kombination, das Heck (Original-Heckmotor mit X-Twin Rotor) bei mir recht stabil hält, so stabil, dass mit gutem Knüppelmanagement sogar so etwas "Ähnliches" wie 3-5 Tic-Tocs geflogen werden können.
Hinweise und Erfahrungen:
- mit dem Original-Heckmotor bringt man bei >14° Pitch das "Rodeo" irgendwann wieder ins Spiel
- auch mit 11-12° Pitch kann man das Heck in harten Tic-Tocs oder mit extremen Pitch-Pumping zum (kontrollierten) Ausbrechen bringen;
- Abhilfe für Beides würde wohl ein anderes Heck schaffen, was aber hier nicht Thema ist
- die Akkus haben's schwer mit dem BL1 und werden deutlich wärmer als gewohnt, jedoch bei mir nicht heiß (35-42° habe ich gemessen)
- unterhalb einer bestimmten Throttle-%-Schwelle (=Drehzahl) neigt bei meinen BL1 das Heck wieder mehr zum Ausbrechen – möglicher weise sind Werte < 55% außerhalb des Optimums für Regler und Motor, sodass das Heck wieder "unterversorgt" wird
- der Inrunner wird bei längeren Flügen deutlich warm (50-55°), bleibt aber noch im "grünen Bereich"
- die Flugzeiten verkürzen sich im Vergleich zum Original jeweils um ca. 30-60 Sek. bei einem Akku, dafür ist Kunstflug aber länger und einfacher möglich ;-)
- die originalen Akkus sin IMHO unterdimensioniert für den BL1, nach 2-2,5 Minuten bricht die Spannung einfach zu stark ein
- am liebsten fliege ich persönlich mit 300er Akkus (Avionics und Turnigy), da sie ausreichend Potential für 3-4 Minuten Herumtollen je Akku bieten – wenn ich "richtig Turnen" will, sind die 240er Hyperions noch meine Favoriten (ca. 2:30 satt Druck)
Schritt 8: das Heck
Wie bereits unter 7. gesagt, hält das Heck (mit originalem Bürstenmotor) beim BL1 zwar deutlich besser, aber ganz weg ist das Ausbrechen nicht.
Ohne das Heck grundlegend umzubauen – z.B. mit 2 Motoren vom mCX, dem Heck des 120SR oder gar BL), gibt es derzeit eigentlich nur folgende Möglichkeiten, dem Heck zu etwas mehr Leitung zu verhelfen: ein längerer Heckbaum (
Mod 7), mehr Drehzahl (
Mod 6) und ein anderer Heckrotor.
Der in
Mod 11 genannten Heckrotor vom Bravo-SX ist zwar stabiler als das Original, bringt aber (genau wie der Bravo-SX Heckmotor aus
Mod 12) nicht wirklich mehr Leistung ans Heck.
Anders dagegen der leicht größere Heckrotor aus dem
Silverlit X-Twin Propellersatz, der tatsächlich "mehr Wind macht" und deshalb in der Teile-Liste mit verzeichnet ist.
Wer also Probleme mit seinem Heck hat, mit dem (es geht nur einer von den beiden) Propeller, als Heckrotor am BL1 kann man es versuchen. Meine Erfahrungen damit sind sehr gut.
Schritt 9: GewichtsoptimierungLeider hat der BL1 bis hierher 5-7gr "Speck" angesetzt, das Abfluggewicht meiner BL1 mit 30er Akku liegt bei ca. ~52-53gr je nach Akku. Wer seinen BL1 noch leistungsfähiger und wendiger haben möchte (und ggf. das Heck ebenfalls nochmals positiv beeinflussen), kommt um eine abschießende "Diat" nicht herum.
Anders, als in den letzten Schritten, gibt’s hier keine "Kochrezept", denn jeder muss für sich selbst entscheiden, wo er die Grenze setzt, nur Tipps:
- Neben den Platinen ist vor allem der Stecker des Inrunners mit seinem Drumherum (2gr!) sehr schwer, das kann man auch fest verlöten
- Achtung: wenn man einen gemeinsamen "Pack" aus Konverter und ESC bildet, diesen bitte nicht auf dem leicht schräg stehenden Baustein auf der Vorderseite links, unten der 3in1 festmachen – da sitzt die Gyro-Einheit
- Achtung: wenn man einen gemeinsamen "Pack" aus Konverter und ESC bildet, diesen bitte nicht auf dem leicht schräg stehenden Baustein auf der Vorderseite links, unten der 3in1 festmachen – da sitzt die Gyro-Einheit
- Die Schrumpfschläuche um EA048 und Walkera-ESC sind sehr massiv und schwer und lassen sich durch leichteres Material ersetzen
- Kabel sind ebenfalls schwer – je kürzer desto leichter
- Das Bilden eines gemeinsamen Pakets aus Konverter und ESC spart erneut Material bei Einschrumpfen und Kabel
Achtung: wenn man einen gemeinsamen "Pack" aus Konverter und ESC bildet, diesen bitte nicht auf dem leicht schräg stehenden Baustein auf der Vorderseite links, unten der 3in1 festmachen – da sitzt die Gyro-Einheit
Insgesamt kann man den BL1 so nochmals um ca. 2-3gr "erleichtern" und kommt, trotz Zusatzelektronik, auf ein "nur" 2-3gr höheres Abfluggewicht als im Original.
Und wieso gibt’s dazu hier noch keine Bilder? Weil ich es noch nicht gemacht habe – ganz einfach
Das war es erst einmal mit dem Baubericht zum mCP-X BL1. Im Diskussionsthread hier, beantworte ich gern Fragen und gehe auf Anregeungen ein, soweit ich kann, sobald ich mich von der Tipperei ein wenig erholt habe.
Happy Modding
Uli
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